Netzlastdifferenz

 

Ich möchte eine häufig gestellte Frage beantworten:

Warum zeigt die Netzfrequenzsprungmeldung einen andere Netzlastdifferenz-Wert an als eine Netzfrequenztriggermeldung?

Die Netzlastdifferenz kann über eine einfache Formel berechnet bzw. abgeleitet werden:

Lambda ist der Netzlastkoeffizient, der diese Eigenschaft beschreibt. In Europa (ENTSO-E RG Continental Europe) liegt dieser Netzlastkoeffizient zwischen 15,33 und 16,67 (je nach ausgewählter Kennlinie). Die berechnete und auf der Netzfrequenzanzeige angezeigten Leistung stellt die Energiedifferenz im Stromnetz dar. Sie entspricht in etwa der primären Regelleistung.

Hinweis: In einigen Beschreibungen wird der Koeffizient auch in (MW/Hz) dargestellt.

Die Netzfrequenzanzeige und der Netzfrequenzinfodienst verwendete diese Ableitung zur Darstellung der primären Regelleistung und in der Auswertung des Netzfrequenzinfodienstes zur Bestimmung der Netzlastdifferenz.

 

Das nachfolgende Bild veranschaulichen die unterschiedlichen Auswertungen:

Bild: Auswertung Netzlastdifferenz

 

Die Ableitung der Netzlastdifferenz des Netzfrequenzsprungs verwendet die temporären höchsten Unterschied fmax ↔ fmin der Messdaten. Er ist also dynamisch und abhängig vom Verlauf der gesamten Frequenzkurve (der letzten 100s).

Der Netzfrequenztrigger verwendet dagegen immer die 50 Hz als statischen Vergleichsbezug.

Um die Unterschiede in der Meldung darzustellen, wird bei der Netzfrequenzmessung ein Δ vorangestellt:

Netzfrequenzsprungmeldung:

  • Mains frequency jump Δf/Δt : df : -164mHz
  • Δ Mains load difference : Δ -2515 MW

Netzfrequenz-Triggermeldung:

  • Mains frequency : 49,8910Hz
  • Mains load difference : -1518 MW