Aktuelle Ereignisse


Netzfrequenzverlauf auf 49,851 Hz, 18.5.2021, 22:00 MESZ (20:00 UTC)

Zeitangabe: UTC

Die Ursache ist noch nicht geklärt. Einige Messsysteme mit Phasenwinkeldifferenzmessung deuten auf eine mögliche Unregelmäßigkeit im südöstlichen Teil des Netzgebietes RG Continetal Europe (UCTE).

Die sofort abgerufene Regelleistungsreserve hat die Netzfrequenz schon nach wenigen Minuten wieder in den Normalbereich gehoben.


Netzfrequenzeinbruch auf 49,846 Hz, 17.5.2021, 16:44 MESZ (14:34 UTC) durch den Ausfall Kraftwerk Bełchatów (Polen)

Zeitangabe: UTC

Durch einen Ausfall einer Schaltanlage in der Nähe des Kraftwerks Bełchatów (Polen) kam es zum Lastabwurf und Ausfall von 10 der 11 Kraftwerksblöcken des Kraftwerks Bełchatów. Dieser Lastabwurf verursachte einem deutlichen Abfall der Netzfrequenz auf 49,85 Hz. Um das Netz zu stabilisieren, war Polen auf Regelleistung der Störungsreserve aus Deutschland, Schweden, Tschechien und der Slowakei angewiesen. Diese Maßnahmen der Netzbetreiber im Verbundnetz haben den Ausfall abgefangen und stabilisert.

Durch des Ausfall des Kraftwerks Bełchatów fehlten im europäischem Netz ca. 3.500 MW. Die Folgen waren auch einen Tag später noch nicht behoben.

Nach Aussage des Kraftwerksbetreibers ist ein derart schwerwiegender Fehler in der Geschichte des Kraftwerks Bełchatów noch nie aufgetreten. Bełchatów produziert rund 20 Prozent des polnischen Bedarfs.

Der Netzfrequenzinfodienst hat dieses Ereignis erkannt (Anregung), durch eine interne Zeitauslösestufe ist aber kein Emailversand ausgelöst worden.


28.04.20201: Ungewöhnliche Netzfrequenz "www.netzfrequenzmessung.de"

Nach Information von "www.netzfrequenzmessung.de" wurde heute Vormittag (28.04.2021) die Netzfrequenz von 51,5 Hz (Onlinemessung) angezeigt. Grund für diese ungewöhnliche Messung war offensichtlich die Arbeiten am Ortsnetztrafo und die Versorgung mit einem Notstromaggregat. Dadurch ist das betroffene Netzgebiet in ein Inselnetz gefallen.

Der Netzfrequenzinfodienst war davon nicht betroffen.

Um grundsätzlich die Netzfrequenzmessdaten im Verbundnetz zu validieren, gibt es bereist eine gemeinsame Austauschrunde (initiiert von Herbert Saurugg) mit

Die Erkennung eines Inselnetz ist in der "Netzfrequenzmessung mit dem RaspberryPi" in Planung.


25. Februar 2021: ungewöhnlicher Netzfrequenzeinbruch

Gegen 21:00:29 MEZ wurde eine ungewöhnlicher Netzfrequenzverlauf erkannt und gemeldet.

Bild: Frequenzverlauf am 25.2.2021, 20:50 Uhr - 21:20 Uhr (Auswertung Testbild des neuen Netzfrequenzinfodienst)

Der Vorfall ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen nicht optimalen Synchronverlauf von Kraftwerkseinspeisungen bei Fahrplanwechsel zurückzuführen. Diese Phänomene sind in unterschiedlichen Ausprägungen häufig zu beobachten. Ein vergleichbarer Vorfall gab es auch am 10. Januar 2019 um 21:00 Uhr MEZ (siehe unten).

=> weitere Informationen zu Netzfrequenzschwankungen siehe hier


8. Januar 2021: starker Netzfrequenzeinbruch mit Netzauftrennung und Lastabwurf

Am 8 Januar gegen 14:05 Uhr MEZ kam es im europäischen Verbundnetz (ENTSO-E RG-CE) innerhalb 14 Sekunden zu einem ungewöhnlich starken Netzfrequenzabfall von 50,02 Hz auf ca. 49,74 Hz.

Grafik: Netzfrequenzverlauf am 08. Januar 2021, 14:00 Uhr - 15:40 Uhr, Messort Wuppertal (ENTSO-E RG-CE, North-West area)

Es kam zu einer Netzauftrennung, bei der das Netzgebiet ENTSO-E RG continental Europa in zwei Teile aufgeteilt wurde (Netzauftrennung). Die Netzfrequenzaufzeichnung (oben) zeigt den deutlichen Frequenzeinbruch und die sofortigen Stabilisierungsmaßnahmen (Lastabwurf in Italien und Frankreich von 1,9 GW). Dadurch hat sich die Netzfrequenz (NorthWest area) auf eine Größe von 49,85  Hz eingependelt, die danach durch Einsatz von Regelleistung innerhalb kurzer Zeit wieder auf die Sollgröße angehoben wurde.

ENTSO-E RG Continental Europe (UCTE), Netzauftrennung 8.1.2021, 14:05 Uhr

Die Ursache des Vorfalls lag an einer Sammelschienen-Kupplung in einem Umspannwerk in Kroatien. Nach dem Abschlussbericht von ENTSO-E war der betroffene Netzkonten nicht vollständig in der benötigten Lastflussberechnung abgebildet.

Aufgrund eines sehr hohen Leistungstransport von Südost- nach Nordwesteuropa kam es dann zur Überlastung einer Sammelschienenkupplung. Als der Leistungsschalter der Sammelschienen-Querkupplung durch eine Überstrom-Schutzfunktion automatisch abgeschaltet wurde, entstand eine Kettenreaktion, die zur weiteren Auslösungen und damit zur Aufspaltung in zwei Teilnetze führte.

Gegen 15:08 wurde das ENTSO-E RG Continental Europe (UCTE) wieder zusammengeschaltet und synchron betrieben.

Aktuelle Informationen können sie unter der Webseite von H. Saurugg entnehmen:

https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bedenkliche-ereignisse-2021

weitere Informationen zum 8.1.2021:

Hinweise zu Links


Netzfrequenzeinbruch am 10. Januar 2019

Am 10. Januar 2019 um 21:00 Uhr MEZ kam es zu einem deutlichen Netzfrequenz-Einbruch im europäisches Verbundnetz (ENTSO-E RG-CE).

In der Presse wurde über einen möglichen Blackout, Netzkollaps oder Netzzusammenbruch des europäischen Verbundnetzes geschrieben.

Wir konnten diesen Moment auf einem Foto festhalten, nachden unsere Netzfrequenzanzeigen mit sehr deutlichen Warntönen auf dieses Ereignis aufmerksam machten.

Hier das aktuelle Bild:

Messort: Bochum, 10. Januar 2019, Netzfrequenzmessung ca. 21:00 Uhr

Nach unserer Netzfrequenzanzeige fehlen im europäischen Verbundnetz ca. 2,6 GW (Gigawatt) Leistung !

Die genaue Ursache steht noch nicht fest. Nach einigen Minuten hat sich das UCTE-Netz wieder normalisiert.