Aktuelle Ereignisse

25. Februar 2021: ungewöhnlicher Netzfrequenzeinbruch

Gegen 21:00:29 MEZ wurde eine ungewöhnlicher Netzfrequenzverlauf erkannt und gemeldet.

Bild: Frequenzverlauf am 25.2.2021, 20:50 Uhr - 21:20 Uhr (Auswertung Testbild des neuen Netzfrequenzinfodienst)

Der Vorfall ist mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einen nicht optimalen Synchronverlauf von Kraftwerkseinspeisungen bei Fahrplanwechsel zurückzuführen. Diese Phänomene sind in unterschiedlichen Ausprägungen häufig zu beobachten. Ein vergleichbarer Vorfall gab es auch am 10. Januar 2019 um 21:00 Uhr MEZ (siehe unten).

=> weitere Informationen zu Netzfrequenzschwankungen siehe hier


8. Januar 2021: starker Netzfrequenzeinbruch mit Netzauftrennung und Lastabwurf

Am 8 Januar gegen 14:05 Uhr MEZ kam es im europäischen Verbundnetz (ENTSO-E RG-CE) innerhalb 14 Sekunden zu einem ungewöhnlich starken Netzfrequenzabfall von 50,02 Hz auf ca. 49,74 Hz.

Grafik: Netzfrequenzverlauf am 08. Januar 2021, 14:00 Uhr - 15:40 Uhr, Messort Wuppertal (ENTSO-E RG-CE, North-West area)

Es kam zu einer Netzauftrennung, bei der das Netzgebiet ENTSO-E RG continental Europa in zwei Teile aufgeteilt wurde (Netzauftrennung). Die Netzfrequenzaufzeichnung (oben) zeigt den deutlichen Frequenzeinbruch und die sofortigen Stabilisierungsmaßnahmen (Lastabwurf in Italien und Frankreich von 1,9 GW). Dadurch hat sich die Netzfrequenz (NorthWest area) auf eine Größe von 49,85  Hz eingependelt, die danach durch Einsatz von Regelleistung innerhalb kurzer Zeit wieder auf die Sollgröße angehoben wurde.

ENTSO-E RG Continental Europe (UCTE), Netzauftrennung 8.1.2021, 14:05 Uhr

Die Ursache des Vorfalls lag an einer Sammelschienen-Kupplung in einem Umspannwerk in Kroatien. Nach dem Abschlussbericht von ENTSO-E war der betroffene Netzkonten nicht vollständig in der benötigten Lastflussberechnung abgebildet.

Aufgrund eines sehr hohen Leistungstransport von Südost- nach Nordwesteuropa kam es dann zur Überlastung einer Sammelschienenkupplung. Als der Leistungsschalter der Sammelschienen-Querkupplung durch eine Überstrom-Schutzfunktion automatisch abgeschaltet wurde, entstand eine Kettenreaktion, die zur weiteren Auslösungen und damit zur Aufspaltung in zwei Teilnetze führte.

Gegen 15:08 wurde das ENTSO-E RG Continental Europe (UCTE) wieder zusammengeschaltet und synchron betrieben.

Aktuelle Informationen können sie unter der Webseite von H. Saurugg entnehmen:

https://www.saurugg.net/2021/blog/stromversorgung/bedenkliche-ereignisse-2021

weitere Informationen zum 8.1.2021:

Hinweise zu Links


Netzfrequenzeinbruch am 10. Januar 2019

Am 10. Januar 2019 um 21:00 Uhr MEZ kam es zu einem deutlichen Netzfrequenz-Einbruch im europäisches Verbundnetz (ENTSO-E RG-CE).

In der Presse wurde über einen möglichen Blackout, Netzkollaps oder Netzzusammenbruch des europäischen Verbundnetzes geschrieben.

Wir konnten diesen Moment auf einem Foto festhalten, nachden unsere Netzfrequenzanzeigen mit sehr deutlichen Warntönen auf dieses Ereignis aufmerksam machten.

Hier das aktuelle Bild:

Messort: Bochum, 10. Januar 2019, Netzfrequenzmessung ca. 21:00 Uhr

Nach unserer Netzfrequenzanzeige fehlen im europäischen Verbundnetz ca. 2,6 GW (Gigawatt) Leistung !

Die genaue Ursache steht noch nicht fest. Nach einigen Minuten hat sich das UCTE-Netz wieder normalisiert.